Veröffentlichungen

Publikationen

Zell-Ziegler, C., Thema, J., et al. (2021). Enough? The role of sufficiency in European energy and climate plans, in: Energy Policy, 157, 112483.

VORträge, SEMINARE, WORKSHOPS

Ringvorlesung „Genug. Perspektiven zur Energie-Suffizienz“

Block I: Suffizienzpolitik (1.10. – 10.12.2020)
Aufzeichnungen s. VIDEOS weiter unten

Block II: Suffizienz in Szenarien und Modellierung (21.01. – 25.02.2021)
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Es folgt:
Block III: Suffizienz in der Praxis

Auftakt-Workshop: Mit mehr Suffizienz zu weniger Energieverbrauch

Öffentlicher Auftakt der Nachwuchsforschungsgruppe „Die Rolle von Energiesuffizienz in Energiewende und Gesellschaft“ (EnSu)

Vom 15. bis 17. März 2021 fand in digitaler Form der dreitägige Auftaktworkshop „Mit mehr Suffizienz zu weniger Energieverbrauch“ statt. Das Programm der Veranstaltung ist weiterhin hier einsehbar.

Die Präsentation zum einführenden Vortrag „Suffizienz in der Energiepolitik“ von den beiden Leitenden der Nachwuchsforschungsgruppe, Prof. Dr. Frauke Wiese und Dr. Benjamin Best, kann hier heruntergeladen werden.
Sofern nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht an Text und Grafiken bei © Frauke Wiese und Benjamin Best, 2021. Text und Grafiken, für die keine andere Quelle angegeben ist, stehen unter einer Creative Commons Attribution 4.0-Lizenz (CC BY 4.0).

Die Aufzeichnungen des Einführungsvortrags von Frauke Wiese und Benjamin Best, des kommentierenden Vortrags von Prof. Dr. Felix Creutzig, sowie der abschließenden Podiumsdiskussion zu „Energiesuffizienz in der politischen Praxis“ werden in Kürze auf dieser Seite unter VIDEOS verfügbar sein.

VIDEOS

 

Auftakt-Workshop „Mit mehr Suffizienz zu weniger Energieverbrauch“

15. – 17. März 2021

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Prof. Dr. Frauke Wiese und Dr. Benjamin Best: Suffizienz in der Energiepolitik

Eröffnungsvortrag

Damit Deutschland die Pariser Klimaziele – insbesondere das 1,5 °C-Ziel – erreicht, ist eine fundamentale Transformation aller Sektoren notwendig. Aktuelle Analysen zeigen, dass Suffizienz als komplementäre Strategie in ambitionierten Energieszenarien häufig zumindest implizit enthalten ist. Es besteht aber großer Forschungsbedarf, diese Annahmen in explizite Modellierung und Quantifizierung von Politikmaßnahmen zu überführen, um den richtigen politischen Rahmen zu setzen, der eine Begrenzung des Energieverbrauches auf ein nachhaltiges Zielniveau sicherstellt.

Prof. Dr. Felix Creutzig: Nachfrageseitige Reduktion der Treibhausgasemissionen

Kommentierender Vortrag zum Eröffnungsvortrag

Podiumsdiskussion: Energiesuffizienz in der politischen Praxis

Podiumsdiskussion

Politische Rahmenbedingungen gestalten unseren Alltag maßgeblich mit. Egal ob Baukindergeld, Pendler*innenpauschale oder fehlende Radwege in den Städten – viele dieser Rahmenbedingungen stehen nachhaltigen, suffizienten Lebensweisen entgegen. Debatten um Einfamilienhäuser und Autos zeigen wie schwer es ist, diese Rahmenbedingungen zu verändern. Gemeinsam mit Expert*innen aus Bundespolitik, Kommunalpolitik und sozialen Bewegungen wollen wir über die Potenziale, Konflikte und Strategien von Energiesuffizienzpolitik diskutieren.

Begrüßung und Einführung:
Jonas Lage (Doktorand bei EnSu, Europa-Universität Flensburg)

Moderation:
Katja Diehl (Zukunftsaktivistin, #SheDrivesMobility)

Podium:
Clara Herrmann (Bd.90/DIE GRÜNEN, Bezirksstadträtin Berlin Friedrichshain-Kreuzberg)
Lorenz Gösta Beutin (MdB, Die Linke, Vorstandsmitglied, Energie- und klimapolitischer Sprecher)
Leonie Bremer (Pressesprecherin von Fridays for Future)
Dr. Michèle Bättig (Suffizienzberaterin für Energiesparkommunen in der Schweiz)

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Ringvorlesung „Genug. Perspektiven zur Energie-Suffizienz“

Block I: Suffizienzpolitik     (Oktober bis Dezember 2020)

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Dr. Steffen Lange: Wachstumsunabhängigkeit als Voraussetzung für Suffizienzpolitik?

1. Vorlesung (01.10.2020)

Die Funktionalität verschiedener gesellschaftlicher Bereiche, wie die Zahl der Beschäftigten oder die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme, ist derzeit abhängig vom Wirtschafts-wachstum. Eine konsequente Umweltpolitik,die Suffizienz beinhaltet, dürfte aber weiteres Wirtschaftswachstum in Frage stellen. Dieser Vortrag geht der Frage nach, wie Wachstumsun-abhängigkeit erreicht und dadurch Suffizienzpolitik ermöglicht werden kann.

Katharina Bohnenberger: Suffizienzpolitik und Verteilungsgerechtigkeit

2. Vorlesung (15.10.2020)

Umweltpolitik soll zunehmendnicht nur effektiv, sondern auch sozial gerecht sein. Am Bei-spiel der Wohnungspolitik wird erläutert, warum eine Suffizienzstrategie verteilungspolitisch interessant ist. Dabei fließen auch die empirischen Ergebnisse einer Stakeholderbefragung über Suffizienz ein und zeigen potentielle Allianzen für eine Suffizienzstrategie auf.

Tabea Waltenberg: Politik jenseits von Wachstum

3. Vorlesung (12.11.2020)

Wirtschaftswachstum ist ein zentrales politisches Mittel, um sozioökonomische und politische Stabilität zu gewährleisten. Diese Wachstumsabhängigkeitwirkt Suffizienzpolitik und gelebter Suffizienz entgegen. Im Vortrag werden eine transformative Politikdatenbank und das dahin-terstehende Konzept vorgestellt. Mit den darin gesammelten Politikansätzen lassen sich ge-sellschaftliche Ziele mitalternativen Mitteln zu Wirtschaftswachstum erreichen.

Dr. Marco Sonnbergerg: Suffizienzrebounds

4. Vorlesung (26.11.2020)

Rebound-Effekte auf Konsument*innenebene sind (unintendierte) Nebenfolgen von Energie-einsparungen, die sich aus den Strukturen des Vollzugs von alltäglichen Praktiken ergeben. Ziel des Vortrags ist es, eine praxistheoretische Perspektive auf das Phänomen der Rebound-Effekte zu entfalten und aus dieser Perspektive heraus rebound-bezogene Treiber und Hemm-nisse zu identifizieren.

Dr. Laura Spengler: Freiheitsrechte und eine Politik für „weniger“ Konsum –ein Spannungsverhältnis?

5. Vorlesung (10.12.2020)

In einer Gesellschaft, in der stetiges Wachstum des Wohlstands die Norm ist, wird Suffizienz von vielen als Einschränkung der Freiheit gesehen. Der Vortrag fasst Suffizienz auch als politi-schen Ansatz auf und fragt nach dem Verhältnis von individuellen Freiheitsrechten und einer Politik, die auf „weniger“ Konsum zielt.

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Block II: Suffizienz in Szenarien und Modellierung     (Januar und Februar 2021)

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Kai Kuhnhenn: Wie schaffen wir 1,5°C? Ein globales Suffizienzszenario

1. Vorlesung (21.01.2021)

Die verfügbaren Emissionsminderungsszenarien, die vom IPCC analysiert werden, spiegeln nicht die gesamte Bandbreite realer Möglichkeiten von gesellschaftlicher Transformation wider. Beispielsweise nehmen praktisch alle von ihnen bis zum Ende des Jahrhunderts globales Wirtschaftswachstum an. Die Wachstumsfixiertheit macht es immer schwieriger, ehrgeizige Minderungsziele w ie das 1,5°C-Limit zu erreichen. Kai Kuhnhenn stellt ein risikoarmes und sozial gerechtes Szenario zur Einhaltung der 1,5°C-Grenze vor. Das Szenario umfasst neben technischen Lösungen auch soziale Innovationen, eine kritische Auseinandersetzung mit Wachstumsabhängigkeit die Senkung des aktuellen Konsum- und Produktionsniveaus im globalen Norden.

Yves Marignac: Sufficiency scenarios in France and Europe

2. Vorlesung (04.02.2021)

Through its prospective analysis, the négaWatt association has contributed to identifying sufficiency as a key feature of the transition towards a carbon neutral and sustainable energy system for France, and assessing its potential contribution. This work serves as a basis to support sufficiency related policies and measures and try to overcome negative preconceptions about degrowth and constraints, as well as global overconsumptions patterns. The European bottom-up scenario that négaWatt is developing with a network of partners around Europe aims to introduce the same kind of sufficiency based approach on the European level.

 

Dr. Sibylle Braungardt: Quantifizierung von Lebensstilveränderung in der Modellierung von Treibhausgas-Emissionen – ein integrierter Ansatz auf Quartiersebene

3. Vorlesung (11.02.2021)

Die Energiemodellierung konzentriert sich typischerweise auf technologische Optionen, während die Auswirkungen von Verhaltensänderungen und Suffizienz als Treiber einer kohlenstoffarmen Gesellschaft weitgehend unerforscht sind. Aufgrund der Wechselwirkung zwischen verhaltensbezogenen und technologischen Maßnahmen ist ein integrierter Ansatz für die Modellierung der Auswirkungen solcher Veränderungen erforderlich. Unser Modell deckt die Quartiersebene ab und bezieht neben technologischen Dekarbonisierungsoptionen die folgenden Suffizienz-Aspekte ein: Pro-Kopf-Wohnfläche, individuelles Mobilitätsverhalten und Stromeinsparungen. Die Ergebnisse zeigen, dass die betrachteten Veränderungen des Lebensstils Einsparmöglichkeiten in der gleichen Größenordnung bieten wie die technologischen Optionen.

 

Dr. Benjamin Best, Johannes Thema, Dr. Frauke Wiese: Suffizienz in deutschen Energieszenarien

4. Vorlesung (25.02.2021)

Suffizienz wird zunehmend ein Thema in der Klima- und Energieforschung: Szenarien wie „GreenSupreme“ (UBA), „Net-Zero Emissions by 2050“ (WEO-IEA) und „CO2-neutral bis 2035“ (Wuppertal Institut) erschließen Verhaltensänderungen als Schlüssel-Option für Klimaschutz. In dem Vortrag werden Annahmen und Aussagen ausgewählter Szenario-Studien gegenübergestellt und Forschungsansätze aus der Nachwuchsgruppe „EnSu“ vorgestellt. Klima- und Energieszenarien sollten immer mindestens ein Suffizienz-Szenario anbieten, das Entscheidungsträgern einen möglichen alternativen Entwicklungspfad aufzeigt und bestenfalls mit Politikmaßnahmen hinterlegt sein sollte.

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